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Pater Shay Cullen in Durmersheim
 
BNN von H. Heck Das Schicksal eines kleinen Mädchens war der Auslöser für die Gründung der Hilfsorganisation Preda auf den Philippinen im Jahr 1974 durch den irischen Pater Shay Cullen. Der Ordensmann wurde durch seinen Einsatz für geschundene Kinder auf der ganzen Welt bekannt. Der Lebensunterhalt seiner Schützlinge wird zu einem beträchtlichen Teil durch Produkte aus Mangos verdient, die durch Organisationen des fairen Handels bis nach Deutschland gelangen. Zu dem Vertriebsnetz gehört auch der Weltladen in Durmersheim. So kam es, dass dessen Betreiber am Dienstagnachmittag den weltbekannten Pater, der immer mal wieder als Kandidat für den Friedensnobelpreis genannt wird, in ihrem Geschäft in der Hauptstraße 67 begrüßen konnten.
Am Abend sprach Cullen bei einer Veranstaltung in der Realschulaula vor etwa 70 Zuhörern über seine Arbeit. Als Cullen im Weltladen von den Mitarbeiterinnen, mit Dieter und Ulla Slepica an der Spitze, empfangen wurde, war auch Bürgermeister Andreas Augustin zugegen. Die persönliche Begegnung mit dem Kämpfer für Gerechtigkeit sei ihm ein besonderes Anliegen, erklärte das Ortsoberhaupt. Augustin drückte seine Bewunderung für das Engagement des Paters aus, der Vorbildliches für die Verwirklichung der Menschenrechte leiste. Um die Verbundenheit mit solchen Idealisten zu unterstreichen, überreichte Augustin dem prominenten Gast im Namen der Gemeinde eine Geldspende.
Einen weiteren Scheck bekam Cullen am Abend vom Weltladen, der 501 Euro stiftete. Der sonderbare Betrag solle verdeutlichen, „dass es auf jeden Euro ankommt“, erklärte Slepica. Cullen und sein Begleiter Ingo Schlotter von der Handelsorganisation DWP zeigten bei der Veranstaltung Ausschnitte aus einer Reportage des amerikanischen Nachrichtensenders CNN von 2006 über Straßenkinder, die auf den Philippinen in Gefängnisse gesteckt werden. Man sah Cullen beim Besuch der Minderjährigen und erfuhr einiges über den mühseligen Kampf mit Behörden, um Kinder befreien und in Obhut nehmen zu können.
Der Vortrag von Cullen, den Elisabeth Großbaier übersetzte, begann mit jenem neunjährigen Mädchen, das 1974 von seiner Mutter zu der Missionsstation des Paters gebracht wurde, nachdem es durch sexuellen Missbrauch schwer verletzt worden war. Dadurch wurde Cullen auf eine „Sexmafia“ im Umfeld einer amerikanischen Militärbasis aufmerksam, die massenhaft Kinder ausbeutete. Seither setzt er dieser „Industrie“ entschiedenen Widerstand entgegen, dazu gründete er mit seinen Mitstreitern Alex Corpus Hermoso und Merly Ramirez Hemoso seine Hilfsorganisation.
Deren Entwicklung kann man im Internet auf „www.preda.org“ verfolgen, auch auf deutsch. Ausführlicher schildert Cullen seine Erfahrungen in dem Buch „Kein Kind ist verloren“, aus dem Steffen Mitz drei Passagen vorlas. Das Werk ist im Weltladen und über den Buchhandel erhältlich. Die Lesung endete mit einer Episode, die Cullen mit Stolz erfüllte. Sie handelte von philippinischen Bauern, vor allem Frauen, die sich erfolgreich gegen die Landnahme durch einen reichen Bordellbesitzer wehren. Darin wurde deutlich, was Cullen meinte, als er sein Lebenswerk als einen „Moskito“ beschrieb, aus dem ein „Elefant“ geworden sei. Eingeschüchterte Knechte waren selbstbewusste Menschen geworden.

 


Im Weltladen wurden Pater Shay Cullen (Mitte) und Ingo Schlotter von DWP (Zweiter von links) von Bürgermeister Andreas Augustin (links) sowie Ulla und Dieter Slepica (rechts) und den weiteren Mitarbeiterinnen willkommen geheißen. Foto: Heck

 

...zum Besuch von Pater Shay am 24.3.09 Fotos und Erinnerungen

Der Besuch von Pater Shay Cullen am 24.3.09 anlässlich seiner Buchvorstellung war eine ganz gelungene runde Aktion. Bereits im Vorfeld stimmten die Schaufenster auf den Gast, die Themen und die Veranstaltung ein. Interessiert schaute sich Shay C. nachmittags zuerst in unserem Laden um und freute sich sehr über die vielen Mangoprodukte, die es bei uns zu kaufen gibt - aus aktuellem Anlass, sogar frische Carabao Mangos. Auch fand sein Interesse unsere Infothek, in der es u.a. DVDs zum Anschauen und Ausleihen über DWP und den Fairen Handel mit PREDA gibt.
Bei der Veranstaltung am Abend konnte Dieter Slepica sehr viele Zuhörer aus unserem Kundenkreis und anderen Weltäden begrüßen. Der große Stapel an Büchern, aus denen Steffen Mitz ausgewählte Textstellen vortrug und die Pater Shay in der Pause und nach der Veranstaltung signierte, fand reißenden Absatz.
Und nicht zuletzt konnten sich die Besucher auch wieder von den leckeren Produkten von PREDA und DWP fairführen und überzeugen lassen.